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Hl. Wendelin
Legende vom Heiligen Wendelin

St. Wendelin  Wendelin soll aus einem königlichen Haus in Schottland gestammt haben. Er wurde um das Jahr 550 geboren. Weil er sich dem geistlichen Leben zugewandt hatte, zwang ihn sein Vater, die Schafherden zu hüten. Aber bald schon schloss er sich der iro-schottischen Wandermönchs- bewegung an, verließ die Insel und erreichte das europäische Festland.

  Ursprünglich wollte er nach Rom, ließ sich aber im Gebiet zwischen Saar und Hunsrück nieder, das in der damaligen Zeit zu den Vogesen gerechnet wurde. Hier brachte er den Menschen die Botschaft von Christus.

  In der Nähe von Trier verdingte er sich bei einem Adeligen als Schafhirte. Er liebte seine Herde und suchte für sie die besten Weideplätze aus. In der schönen Natur hatte er Zeit, die Wolken am Himmel zu beobachten und sich an der vielfältigen Blumenpracht zu erfreuen. Wo konnte er Gott näher sein als hier draußen? Einmal hatte er seine Herde so weit von zu Hause weggetrieben, dass ihm sein Herr, der ihn bei einem Ausritt antraf, deshalb heftige Vorwürfe machte. Als aber am Abend der Adelige durch das Hoftor ritt, trieb Wendelin eben seine Herde in den Stall. Da erkannte sein Herr, dass Wendelin unter dem Schutze Gottes stand.

  Als Hirte kam der Heilige eines Tages auch in unsere Gegend. Am Fuße des Bosenberges, dort etwa, wo heute die Wendelskapelle steht, baute er sich eine ärmliche Hütte. Gott zuliebe verzichtete er auf den Fleisch- und Weingenuss und beschränkte seine Nahrung auf das absolut Notwendige.

  Viele Leute kamen zu ihm, ließen sich von Jesus erzählen und baten ihn um Rat für ihr Vieh.

  Wendelin lebte zur Zeit des Bischofs Magnerich von Trier (gestorben 587) und soll im Jahre 617 gestorben sein. Bald darauf setzte seine Verehrung ein, die sich in West- und Süddeutschland bis in die Schweiz und nach Südosteuropa verbreitete. In einer alten Chronik wird berichtet, dass er in »Basone Villare« - so hieß St. Wendel vorher - begraben wurde.

  Lange Zeit ruhten die Gebeine in der Magdalenkapelle. An Pfingsten 1360 wurden sie in das soeben fertiggestellte Hochchor - den ältesten Teil der heutigen Pfarrkirche übertragen.